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Schutzehe

Silke Wagner

Mit dem Projekt "Schutzehe" reflektiert Silke Wagner die Praxis vieler MigrantInnen und ihrer Freunde und Unterstützer, durch Eheschließungen einer Abschiebung zu entgehen.

Das Projekt "Schutzehe" von Silke Wagner wurde vom Wolfsburger Kunstverein, wo es im Herbst 2002 ausgestellt wurde, zurückgezogen, nachdem die Stadt Wolfsburg darin eine Aufforderung zu Straftaten erkennen wollte.

Würde die Broschüre verteilt, so schwang diffus mit, würde die finanzielle Unterstützung des Kunstvereins überdacht werden. Der Kunstverein und ihre junge Geschäftsführerin Doris Berger zogen die umstrittene Broschüre daraufhin tatsächlich zurück: "Wissend, dass der Kunstverein vom Wohlwollen der Stadt abhängig ist, wurde deshalb die Konsequenz gezogen, die gesamte Auflage zurückzuziehen", heißt es in einer Presseerklärung des Kunstvereins. Doch damit nicht genug: In einer späteren Pressemitteilung stellt der Kunstverein fest, dass die Stadt in dieser Sache "partnerschaftlich und sachorientiert gegenüber dem Kunstverein aufgetreten ist".

In der Broschüre, die in sieben Sprachen mittlerweile auf der Website www.schutzehe.de einzusehen ist, heisst es: "Es gibt viele Gründe zu heiraten, einer davon ist die Solidarität und Unterstützung von Flüchtlingen und MigrantInnen. Heirat ist eine Möglichkeit, einen Menschen vor Abschiebung zu schützen und ihm/ihr zu einem dauerhaften Aufenthaltsrecht zu verhelfen. Diese Seiten sollen eine Einführung in die Thematik der Schutzehe bieten und all denen Hilfestellung geben, die eine Schutzehe in Erwägung ziehen."

Auch die Gruppe kanak attak hat einen kleinen "Heiratsratgeber" erstellt, der binationalen Paaren den Umgang mit der "peinlichen" Befragung durch Standesbeamte erleichtern soll.

Deutschland
2003

http://www.schutzehe.de/
http://www.kanak-attak.de/ka/infopool/zahn.html
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